Sky-Direktor Walter Fink im Golf-Interview

Sky-Direktor Walter Fink im Golf-Interview

Bei den Golf-Übertragungsrechten hat sich im heurigen Winter einiges verändert. Wir nehmen das zum Anlass, um mit Walter Fink, Sky-Direktor für Brand, Marketing und Communications, über den Golfsport, die aktuelle Situation bei den TV-Rechten und den Medienmarkt zu sprechen. Dazu erklärt uns der Ex-Spielertrainer, warum das Spiel mit dem kleinen Ball eine so große Faszination ausübt. Im Golfsport ist bekanntlich die Du-Form vorherrschend und daher wollen wir auch das Interview in dieser Form führen.

PORTRAIT

Walter, die Golfsaison hat wieder begonnen und uns würde interessieren, mit wem du am nächsten Sonntag gerne auf die Runde gehen würdest.

Das ist eine gute Frage und für mich kommen hier nur die Topstars in Frage: Tiger Woods, Rory McIlroy und John Rahm – das wäre mein Traum-Flight.

Keine Showgrößen oder Sportikonen?

Nein, ich würde diese drei Spieler wählen und vom Format her natürlich am liebsten einen 2er-Scramble mit Tiger.

Wie startest du üblicherweise in die Saison?

Generell versuche ich auch im Winter im Training zu bleiben und gehe öfter auf die Driving-Range, bzw. spiele ich eigentlich immer einmal in der Woche. Heuer hatten wir bereits eine Golfreise mit dem Sky Golf Cup nach Tunesien und da habe ich natürlich etwas mehr trainiert, um in Frühform zu sein.

Welche Rolle spielt Golf in deinem Leben? Ist es Ablenkung vom Job, von diesem stressigen Alltag, den du hast? Oder steht die sportliche Leistung im Mittelpunkt?

Eigentlich genieße ich es mit Freunden eine Runde zu spielen. Allerdings gestehe ich schon, dass mich der sportliche Ehrgeiz, besser zu werden, antreibt. Um mein Handicap zu verbessern, spiele ich einfach zu wenig Turniere, ich genieße es aber einfach, wenn mir ein Schlag so gelingt, wie ich ihn mir vorgestellt habe.

„Bei den vielen Fehlern, die man machen kann, ist es für mich immer noch ein Weltwunder, einen guten Schlag zu machen.“

Walter Fink

Du hast Fußball gespielt, warst Spielertrainer, hat dir das Ballgefühl beim Einstieg in den Golfsport geholfen?

Ballgefühl und Koordination habe ich sicher vom Fußball mitnehmen können, aber in Summe ist es für mich immer noch ein koordinatives Weltwunder, wie man einen Golfball treffen und in die richtige Richtung schlagen kann. Vor allem unter dem Aspekt, wie viele Fehler man einbauen kann: Falscher Rhythmus, offenes oder geschlossenes Schlägerblatt usw.

Wie bist du zum Golfsport gekommen?

Es gab früher, als wir noch Premiere waren, den Franz Beckenbauer Charity Golf-Cup. Ich hatte damals, ich glaube 2005 oder 2006, Geschäftspartner eingeladen, die logischerweise Golf gespielt haben. Ich bin als Zuschauer mit dem Flight mitgegangen und irgendwann haben alle gesagt, dass ich endlich zu spielen anfangen soll und das habe ich dann gemacht.

Hättest du dir den Sport so vorgestellt?

Ehrlicherweise hatte ich vorher wirklich keine Berührung mit dem Golfsport und keine Erwartung. Die Faszination hat mich dann sofort erwischt und mittlerweile ist Golf zu meinem liebsten Hobby geworden. Ich erinnere mich auch noch gut an meine erste Runde (lacht).

Das möchten wir natürlich genauer wissen.

Das muss im August 2006 in Atzenbrugg gewesen sein. Ich bin mit einem Kollegen an einem relativ heißen Sommertag 18-Loch gegangen und wir haben sicherlich sechs Stunden gespielt. Ich war damals körperlich noch sehr gut beisammen und als ich nach Hause gekommen bin, hat mich meine Frau mit den Worten: „Um Gottes Willen, wie schaust du aus, was hast du aufgeführt?“ begrüßt. Ehrlicherweise war ich nach der Runde wirklich komplett fertig.

Wie würdest du eigentlich einem Nichtgolfer die Faszination erklären?

Was mich fasziniert, ist die Tatsache, dass du in der Sekunde Feedback über deinen körperlichen Zustand bekommst. Wenn du schlecht drauf bist, triffst du nichts, und umgekehrt. Man muss in einem körperlichen und geistigen Zustand sein, in dem man total konzentriert ist, weil alles andere keinen Sinn macht. Das ist, finde ich, schon die Faszination, weil es beim Golf 1000 Sachen gibt, die falsch sein können. Im Fußball konnte ich mich auch an schlechten Tagen „drüber-retten“, im Golfsport geht das nicht.

Hast du einen Lieblingsschlag?

Mir persönlich taugen die Annäherungen zwischen 40 und 90 Metern. Da kann man coole Schläge machen und punkten. Das ist auch ein Bereich, da muss man einfach liefern. Das ist ein wenig mit meinem Job zu vergleichen, hier muss ich auch liefern und diese Situationen genieße ich einfach.

Wo ist bei dir das Handy auf der Runde?

Gut im Bag verstaut und da bleibt es auch.

Wie ehrgeizig bist du auf der Runde?

Natürlich bin ich ehrgeizig, aber ich habe schon gelernt, bei Golf immer demütig zu sein. Einmal bin ich auf einer Runde auf einem Par-5 bis zu den Knien im Gatsch gestanden und das war das absolute negative Highlight dieses Tages. In diesem Moment wollte ich meine Schläger im Teich versenken, aber seit diesem Moment habe ich gelernt, dass Golf einfach so ist.

Kommen wir nun zu deiner beruflichen Tätigkeit bei Sky. Welche Rolle spielen die Golfübertragungen bei euch auf Sky?

Obwohl in Österreich nur etwas mehr als 1 % der Einwohner Golf spielen, ist das Thema für uns sehr wichtig. Wir haben uns auf die Fahnen geheftet, dass wir das breiteste Sportportfolio haben und darauf sind wir auch sehr stolz. Wir müssen unseren Claim „Sky, wo Sport zu Hause ist“, schließlich mit Leben füllen und dieses Produktversprechen auch einhalten. Dabei spielt Golf bereits seit Jahrzehnten eine sehr große Rolle.

Welche Zielgruppe erreicht ihr mit dem Golfsport?

Die Zielgruppe ist für uns extrem spannend und hat sich aber auch in den letzten Jahren ein wenig verändert. Prinzipiell ist es eine erfahrene Zielgruppe, die ein relativ hohes Haushaltseinkommen hat. In den letzten Jahren ist aber eine Verjüngung eingetreten und das ist eine sehr positive Entwicklung.

Viel Bewegung hat es in letzter Zeit bei den TV-Rechten gegeben. Wie siehst du diese Entwicklung?

Sport ist sehr attraktiv und Sportrechte sind als Business Case ein sehr interessantes Modell. Der Markt wird hier immer beweglicher und als TV-Sender ist es sehr schwierig, alle Rechte zu halten. Wir sind sehr stolz, dass wir nach wie vor der Sportsender Nummer 1 in Österreich sind. Das Sportportfolio umfasst aktuell die UEFA Champions League, UEFA Europa League, deutsche und österreichische Fußball Bundesliga, Premier League, Tennis, Golf, NBA, NHL und natürlich auch die Formel 1.

Wie wird sich der Sportrechtemarkt generell weiterentwickeln?

Es kommt immer mehr zu einer Fragmentierung und das Angebot teilt sich auf viele Sender auf. Wir haben immer noch das größte Sportportfolio des Landes und versuchen unseren Kundinnen und Kunden möglichst alle Sportarten zu bieten.

Im Golfsport ging ein Raunen durch den Markt, ihr habt die PGA- und die DP World Tour verloren. Wie ist es dazu gekommen?

Generell muss man sagen, dass alle vier Majors weiterhin bei uns zu sehen sind. Dazu kommen auch die Damen Majors, die Senior Majors, die LPGA- und European Ladies Tour, die LIV- und Asian Tour. Das bedeutet, Golf hat auch weiterhin eine Heimat auf Sky. Was die PGA und die DP World Tour betrifft, haben wir uns einfach nicht einigen können. Das muss man akzeptieren.

Die Highlights der PGA und DP World Tour gibt es aber dennoch wieder auf Sky.

Genau, das ist das Spannende. Mit Sky Stream haben wir seit letztem Jahr ein Produkt auf dem Markt, das rein IP-basiert ist. Man braucht also nur einen Internetanschluss und bekommt alle Inhalte auf einer 50 Oberfläche gebündelt. Neben dem Sky Programm findet man an einem Ort auch Free-TV Sender sowie Serien von Netflix und Paramount+ und eben auch die Youtube-Highlights der PGA und DP World Tour.

„Die Majors waren und sind einfach das Größte im Golfsport.“

Walter Fink

Die 4 Major-Turniere bleiben ja bei Sky. Welche Bedeutung haben sie für euer Programm?

Die Majors waren und sind einfach das Größte im Golfsport. Hier liefern wir weiterhin unterschiedliche Kameraperspektiven, Bilder von der Driving Range und haben natürlich Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Dieses Engagement bleibt weiterhin in vollem Umfang bestehen.

Neben den Majors überträgt Sky heuer auch die LIV-Tour, die LPGA- und Asian Tour. Wie siehst du diese Entwicklung?

Ich sehe das persönlich als große Chance. Gerade die Asian Tour wird sich in den nächsten Jahren massiv weiterentwickeln. Die Aufstiegsmöglichkeiten auf die DP World Tour werden eingeschränkt und daher wird Asien ein neues Ziel für die europäischen Top-Professionals. Weiters spielen bei den International Series Turnieren der Asian Tour auch namhafte LIV-Stars mit.

Mit Niklas Regner schlägt auch ein Österreicher auf der Asian Tour ab.

Niklas ist ein extrem spannender Spieler, der als Markenbotschafter für Macade im Moment in aller Munde ist. Er ist ein guter Typ und wir hoffen, dass er heuer für Furore sorgen kann. Mit Emma Spitz und Katharina Mühlbauer haben wir auch zwei Damen auf der Ladies-Europeantour am Start, das freut uns natürlich auch. In Summe haben wir 2026 mehr als 1.000 Stunden Golf im Programm.

Mit dem Sky Golf Cup veranstaltet ihr auch selbst drei Turniere. Welche Bedeutung hat das für euch?

Wir haben mit dem Sky Golf Cup vor 20 Jahren begonnen und sind stolz, dass es diese Turniere schon so lange gibt. Die Turniere in Schloss Pichlarn, Zell am See und Velden sind immer sehr schnell ausverkauft und durch die Teilnahme unserer Moderatoren ein echtes Highlight.

„Eine Drohne auf Augenhöhe mit einem Golfball – das wären spannende Bilder.“

Walter Fink

Welche Idee hättest du, um Golfübertragungen noch interessanter zu gestalten?

Ich würde es genial finden, wenn wir mit Drohnen auf Augenhöhe mit einem Golfball fliegen könnten. Das würde die Dynamik des Golfsports noch weiter hervorheben. Dazu finde ich es natürlich sehr wichtig, dass sich die Kommentatoren gut auskennen und interessante Dinge über die Spieler und Plätze wissen. Wenn das authentisch rüberkommt, finde ich die Übertragungen auch sehr gelungen.

„Das Golf-Publikum ist ein sehr treues und zufriedenes.“

Walter Fink

Du kennst dich im Sport sehr gut aus. Österreich ist eine Nation, die feiert, wenn wir z.B. im Skispringen gewinnen. Dagegen fristet Golf ein Dasein als Randsportart, obwohl es weltweit von tausenden Professionals gespielt wird. Ist das nicht ein wenig unfair?

Das mag auf den ersten Blick unfair erscheinen, aber es gibt im klassischen Fernsehen eine Währung: die Reichweite. Als abofinanzierter TV- und Streaming-Anbieter ist Sky in der komfortablen Lage, auch so genannte Randsportarten anzubieten, wenn es ein Publikum gibt, das dafür bereit ist zu zahlen. Dieses Publikum haben wir in Österreich und es ist ein sehr treues und zufriedenes Publikum. Darauf sind wir sehr stolz.

Wenn du dir abschließend die TV-Rechte für ein Event in Österreich aussuchen würdest. Welches Event wäre das?

In diesem Fall wäre es der Wien-Marathon meines Freundes Wolfgang Konrad.

Walter
Fink

Position: Sky-Direktor für Brand, Marketing und Communications

Geboren: 16. September 1970

Familienstand: verheiratet

Heimatclub: GC Achau

Handicap: 21,8

Lieblingsschlag: Annäherung mit dem Wedge

Lieblingsplätze: GC Schladming-Dachstein, GC Zillertal-Uderns

Auf der Bucketlist: St. Andrews, Augusta

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